Attentat in München: Waffenverkäufer zu 7 Jahren Haft verurteilt

Im Sommer 2016 verübte David S. im Münchener Einkaufszentrum OEZ ein Attentat. Es starben neun Menschen. Die Waffe für seine Tat hatte er aus dem Darknet.

Nun wurde erstmals ein Waffenverkäufer wegen fahrlässiger Tötung sowie fahrlässiger Körperverletzung und mehrerer Verstöße gegen das Waffengesetz zu einer 7-jährigen Haftstrafe verurteilt.

Erstmals Waffenhändler verurteilt

Der 33-jährige Waffenverkäufer Philipp K. veräußerte an den späteren Attentäter David S. über das Internet eine Pistole vom Typ Glock 17 sowie 500 Schuss Munition.

Den Waffendeal hatte K. eingeräumt. Auch weitere Verkäufe gestand er ein. Erstmals erfolgte allerdings nicht nur eine Verurteilung wegen illegalen Waffenhandels, sondern wegen einer Tat, die David S. später mit der Waffe verübte.

Nach Auffassung des Landgerichts hat K. mit dem Verkauf der Waffe die neun Münchener Morde überhaupt erst ermöglicht.

Nebenklage: Beihilfe zum Mord

Die Nebenklage forderte von Beginn der Verhandlung an eine höhere Strafe. Sie sah in dem Handeln des K. nicht nur eine fahrlässige Tötung, sondern Beihilfe zum Mord.

David S. hatte gegenüber Philipp K. angegeben, mit der Waffe „ein paar Kanaken“ abknallen zu wollen. Ein konkretes Tatwissen, welches für eine Verurteilung wegen Beihilfe notwendig ist, konnte die Strafkammer jedoch nicht nachweisen. Das Landgericht kam zu dem Schluss, dass Philipp K. nicht über konkrete Anschlagspläne informiert war. Im Gegenteil: Laut dem vorsitzenden Richter hätte K. die Waffe gerade nicht verkauft, wenn er von den Anschlagsplänen gewusst hätte.

Revision zum BGH

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Mehrere Opfervertreter kündigten an, Revision zum Bundesgerichtshof einlegen zu wollen. Auch die schriftlichen Urteilsgründe liegen noch nicht vor.

kontakt

  • 0341 - 978 56290
  • info@kujus-strafverteidigung.de
  • Pfaffendorfer Str. 25, 04105 Leipzig
Scroll to Top