Ermittlungen müssen nicht immer schwierig und langwierig sein. Besonders leichtes Spiel hat die Polizei und Staatsanwaltschaft, wenn die Verdächtigen tatkräftig zur Aufklärung beitragen. So geschehen in einem Fall, der vor kurzem vor dem Amtsgericht Heilbronn verhandelt wurde.

Dabei sah es das Gericht als erwiesen an, dass zwei junge Männer versuchten, einen Lebensmittelhändler zu erpressen. Soweit, so normal im Verteidigeralltag. Besonders an der Geschichte ist allerdings das dilettantische Vorgehen der beiden Angeklagten.

Erpressung läuft schief: Private Kontodaten angegeben

Dem Lebensmittelhändler wurde zunächst mit einer E-Mail gedroht, Fotos von unhygienischen Zuständen eines Zentrallagers zu veröffentlichen, wenn nicht 1,5 Millionen Euro überwiesen werden.

Immerhin waren beide Angeklagte so freundlich, ihre private Kontonummer zur Verfügung zu stellen.

Anders als es die beiden Profi-Erpresser erwartet hatten, wurde das Geld nicht überwiesen. Von diesem Misserfolg ließen sich die beiden nicht abschrecken. Also fuhren sie einige Wochen später persönlich zu dem Lager, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen. Die herbeigerufenen Mitarbeiter des Lagers erbaten sich von unseren beiden Profis noch etwas Zeit, um das Geld aufzutreiben. Die Erpresser in spe warteten derweil brav auf dem Parkplatz auf ihren Geldsegen.

Zu ihrer völligen Überraschung erschien jedoch kein Mitarbeiter mit einem prall gefüllten Geldkoffer, sondern die inzwischen verständigte Polizei.

AG Heilbronn: 13 Monate Freiheitsstrafe

Den beiden Erpressern brachte die ganze Aktion viereinhalb Monate Untersuchungshaft und eine Freiheitsstrafe von 13 Monaten. Im Prozess sagte ein Ermittler aus, er habe derart naive Erpresser in seiner gesamten Karriere noch nicht erlebt. Der Richter sprach von einer ziemlich bescheuerten Idee. Da sich die Angeklagten geständig einließen, nicht vorbestraft waren, Reue zeigten und bei der Tat von Professionalität keine Rede sein konnte, wurde die Strafe zur Bewährung ausgesetzt.

Da soll nochmal jemand sagen: Dummheit schützt vor Strafe nicht.

(via Justillon)

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