Bildung bewaffneter Gruppen

Bildung bewaffneter Gruppen – § 127 StGB

Das Strafgesetzbuch stellt in § 127 StGB die Bildung bewaffneter Gruppen unter Strafe. Danach werden folgende Tathandlungen unter Strafe gestellt.

Wer unbefugt eine Gruppe, die über Waffen oder andere gefährliche Werkzeuge verfügt, bildet oder befehligt oder wer sich einer solchen Gruppe anschließt, sie mit Waffen oder Geld versorgt oder sonst unterstützt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Bis 1998 lautete der Straftatbestand: „Bildung bewaffneter Haufen.“

Was ist die Bildung bewaffneter Gruppen?

Schutzgut des § 127 StGB ist der innere Rechtsfrieden und die öffentliche Sicherheit.

Unter einer Gruppe wird eine Zusammenschluss einer Mehrheit von Personen verstanden, die durch ein gemeinsames Merkmal verbunden sind und sich insbes. zu einem gemeinsamen Zweck zusammengeschlossen haben. Eine Anzahl von drei Personen soll bereits ausreichen.

Strafbar ist zum einen das Befehligen oder Bilden derartiger Gruppen, wenn diese über Waffen oder gefährliche Werkzeuge (Schlagstöcke, Messer etc.) verfügen. Darüber hinaus ist auch strafbar, wenn solche Gruppen mit Waffen oder Geld versorgt oder unterstützt werden.

Denkbar ist der Tatbestand bei Jugendgruppen, sog. „Rocker-Gruppen“ oder bei Fangruppierungen.

Bildung bewaffneter Gruppen: Strafe

Im Falle einer Verurteilung droht eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren. Die konkrete Strafe ist von den jeweiligen Tatumständen abhängig. Dabei kommt es neben der Art der Beteiligung insbesondere auf etwaig vorhandene Vorstrafen oder laufende Bewährungsstrafen an.

Verjährung

Die Bildung bewaffneter Gruppen verjährt nach § 78 Abs. 3 Nr. 5 StGB nach drei Jahren.

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