Der Ebay-Betrug stellt eine Form des Betruges, unter Nutzung von Verkaufsplattformen, wie Ebay oder Ebay-Kleinanzeigen dar.

Oftmals werden synonym auch Begriffe wie Internetbetrug oder Onlinebetrug verwendet, da der Ebay-Betrug dem Bereich der Internetkriminalität zuzuordnen ist. Hinsichtlich der konkreten Ausführung eines Ebay-Betruges finden sich zudem weitere Begriffe wie etwa „PayPal-Betrug“. Ausschlaggebend für die jeweilige Bezeichnung ist letztlich das verwendete Tatmittel.

All diesen Begriffen ist gemein, dass es sich juristisch um einen „normalen“ Betrug nach § 263 StGB handelt. Dort ist normiert:

Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Was ist ein Ebay-Betrug?

Die Verkaufsplattform Ebay und Ebay-Kleinanzeigen hat sich zu einem regelrechten Tummelplatz von Straftaten entwickelt. Auch wenn die Mehrzahl der Verkäufe sicherlich legal über die Bühne geht, ist bei Transaktionen über diese Verkaufsplattformen zu einer besonderen Vorsicht zu mahnen.

Betrug durch Verkäufer und Käufer

Eine klassische Erscheinungsform des Ebay-Betrugs liegt in den Fällen vor, in denen bestellte Waren trotz Bezahlung nicht geliefert werden.

Umgekehrt liegt eine klassische Erscheinungsform darin, die Waren aufgrund fehlender Zahlungsbereitschaft oder Zahlungsfähigkeit nicht zu bezahlen. Ein solches Vorgehen wird kriminologisch auch als Eingehungsbetrug bezeichnet.

In einfachen Fällen dieser Art machen die Ermittlungsbehörden zumeist schnell einen Beschuldigten aus, da die Kontobewegungen oder auch die E-Mail-Adressen bzw. Lieferadressen nachverfolgt werden können. Auch Ebay selbst bzw. die E-Mail-Provider geben Auskunft.

PayPal-Betrug

Im Rahmen eines „PayPal-Betrugs“ – verbunden mit Verkäufen bei Ebay oder Ebay Kleinanzeigen – werden die Käufer wiederum gebeten, Bezahl-Optionen wie „Geld senden an Familie und Freunde“ zu wählen. Kommt die Ware nicht beim Käufer an, ist das Geld weg. Der Käuferschutz bei PayPal greift für diese Bezahl-Option gerade nicht!

Die Täter nutzen hier aus, dass einer Zahlung via PayPal grundsätzlich eine höhere Seriosität und ein höheres Vertrauen entgegen gebracht wird.

Phishing und Dreiecksbetrug

Oftmals kommt es auch zu Dreiecksbetrugstaten, bei denen der Täter als vermeintlicher Kaufinteressent die Kontodaten des Verkäufers erfragt und sodann ein gleichartiges Angebot online stellt. Meldet sich nun ein Käufer wegen des „neuen“ Angebots, gibt der Täter die Kontodaten des eigentlichen Verkäufers weiter. Der Käufer zahlt dann in der Regel an den Verkäufer, dieser bemerkt den Geldeingang und versendet die Ware aber an den „Kaufinteressenten“ (= Täter). Der Betrug ist perfekt.

Schwierig sind auch die Fälle, bei denen die Zugangsdaten zu echten Verkäufer-Konten (z.B. über das Darknet gekauft und) genutzt werden, um einen Betrug zu begehen. Immer wieder werden auch sogenannte Geisterkonten und „Finanzagenten“ eingesetzt. Den tatsächlichen Tätern ist dabei recht schwer auf die Schliche zu kommen.

Ebay-Betrug: Strafe

Der Ebay-Betrug wird mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren geahndet. Im Fall eines gewerbsmäßigen Ebay-Betruges drohen Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu 15 Jahren.

Die konkrete Strafe hängt von vielen Faktoren ab – etwa der Höhe des Schadens, der Anzahl der Tathandlungen, etwaigen Vorstrafen, einer Schadenswiedergutmachung sowie den Tatmodalitäten.

Anzeige wegen Ebay-Betrugs?

Ihnen wird vorgeworfen, einen Betrug auf Ebay begangen zu haben? Nehmen Sie das laufende strafrechtliche Ermittlungsverfahren nicht auf die leichte Schulter. Es drohen empfindliche Strafen und persönliche Nachteile – wie etwa ein Eintrag im Führungszeugnis.