Unter Strafe nach dem StGB steht die Fälschung von Zahlungskarten, Schecks und Wechseln. Die Vorschrift findet sich in § 152a StGB.

(1) Wer zur Täuschung im Rechtsverkehr oder, um eine solche Täuschung zu ermöglichen,

1. inländische oder ausländische Zahlungskarten, Schecks oder Wechsel nachmacht oder verfälscht oder
2. solche falschen Karten, Schecks oder Wechsel sich oder einem anderen verschafft, feilhält, einem anderen überlässt oder gebraucht,

wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.
(3) Handelt der Täter gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung von Straftaten nach Absatz 1 verbunden hat, so ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.

(4) Zahlungskarten im Sinne des Absatzes 1 sind Karten,

1. die von einem Kreditinstitut oder Finanzdienstleistungsinstitut herausgegeben wurden und
2. durch Ausgestaltung oder Codierung besonders gegen Nachahmung gesichert sind.
(5) § 149, soweit er sich auf die Fälschung von Wertzeichen bezieht, und § 150 gelten entsprechend.

Daneben ist die Fälschung von Zahlungskarten mit Garantiefunktion und Vordrucken von Euroschecks nach § 152b StGB unter Strafe gestellt. In der entsprechenden Strafnorm heißt es hierzu:

(1) Wer eine der in § 152a Abs. 1 bezeichneten Handlungen in Bezug auf Zahlungskarten mit Garantiefunktion oder Euroscheckvordrucke begeht, wird mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren bestraft.

(2) Handelt der Täter gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung von Straftaten nach Absatz 1 verbunden hat, so ist die Strafe Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren.

(3) In minder schweren Fällen des Absatzes 1 ist auf Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren, in minder schweren Fällen des Absatzes 2 auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren zu erkennen.

(4) Zahlungskarten mit Garantiefunktion im Sinne des Absatzes 1 sind Kreditkarten, Euroscheckkarten und sonstige Karten,

  1. die es ermöglichen, den Aussteller im Zahlungsverkehr zu einer garantierten Zahlung zu veranlassen, und
  2. durch Ausgestaltung oder Codierung besonders gegen Nachahmung gesichert sind.

(5) § 149, soweit er sich auf die Fälschung von Geld bezieht, und § 150 gelten entsprechend.

Was ist strafbar?

Die Strafnormen des §§ 152a und 152b StGB schützen die Funktionsfähigkeit des Zahlungsverkehrs. Geahndet wird die Fälschung von Zahlungskarten, Schecks und Wechseln sowie Zahlungskarten mit Garantiefunktion sowie Eurocheckvordrucken.

Bei Zahlungskarten handelt es sich Karten, die von Kredit- oder Finanzdienstleistungsunternehmen herausgegeben worden sind, die dem Inhaber ermöglichen, bargeldlos zu zahlen oder Geld am Geldautomaten abzuholen.

Praktisch relevante Tatobjekte sind

  • EC-Karten
  • Bankkarten
  • Geldkarten (Maestro)
  • Euroscheckkarten oder
  • Kreditkarten.

Nicht unter den Straftatbestand fallen allerdings Mensakarten oder Zugangskarten – dies gilt auch für Zugangs- und Fankarten, mit denen gezahlt werden kann – etwa die „Knappenkarte“.

Tathandlungen sind das Nachmachen und das Verfälschen sowie das Gebrauchen gefälschter Karten.

Unter einem Nachmachen versteht man die Herstellung einer Fälschung. Unter einem Verfälschen fällt das Verändern einer echten Zahlungskarte.

Strafe

Die Straftat wird bei einer „einfachen Fälschung“  mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren geahndet. In besonders schweren Fällen sind es sogar 6 Monate bis zu 10 Jahren.

Welche Strafe im Einzelfall ausgesprochen ist, ist von den jeweiligen besonderen Umständen abhängig.

Auch der Versuch dieser Straftat ist strafbar, wobei die Strafe in diesen Fällen in aller Regel gemildert wird.

Verjährung

Die Grundtat verjährt nach § 78 Abs. 3 Nr. 4 StGB nach 5 Jahren

Taten nach § 152a Absatz 3 StGB verjähren nach 10 Jahren (§ 78 Abs. 3 Nr. 3 StGB).

Anzeige wegen Fälschung von EC-Karten oder Kreditkarten: Was kann ich tun?

Werden Sie in einem Ermittlungsverfahren einer Tat nach § 152a StGB oder § 152b StGB angezeigt, drohen erhebliche Strafen und rechtliche Nachteile.

Bei einem derartigen Tatvorwurf ist ein Zuwarten nicht geboten. Sprechen Sie mit einem auf Strafrecht spezialisierten Anwalt. Gern stehen wir Ihnen im gesamten Strafverfahren zur Seite.