Geldfälschung

Geldfälschung und Inverkehrbringen von Falschgeld – § 146, 147 StGB

Den Straftatbestand der Geldfälschung nennt § 146 StGB. Dort ist folgendes zu lesen:

Mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr wird bestraft, wer

  1. Geld in der Absicht nachmacht, daß es als echt in Verkehr gebracht oder daß ein solches Inverkehrbringen ermöglicht werde, oder Geld in dieser Absicht so verfälscht, daß der Anschein eines höheren Wertes hervorgerufen wird,
  2. falsches Geld in dieser Absicht sich verschafft oder feilhält oder
  3. falsches Geld, das er unter den Voraussetzungen der Nummern 1 oder 2 nachgemacht, verfälscht oder sich verschafft hat, als echt in Verkehr bringt.

Einen artverwandten Straftatbestand stellt das Inverkehrbringen von Falschgeld nach § 147 StGB dar.

(1) Wer, abgesehen von den Fällen des § 146, falsches Geld als echt in Verkehr bringt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.

Wann ist das Fälschen von Geld und das Inverkehrbringen von Falschgeld strafbar?

Mit der Erfindung des Geldes traten wohl zeitgleich auch die ersten Geldfälscher auf. Auch wenn Geldscheine heutzutage mit immer besseren Schutzmechanismen ausgestattet sind, wird das Fälschen von Geld nie ganz „aus der Mode“ kommen.

Das Fälschen von Geld und das Inverkehrbringen von Falschgeld ist im § 146 StGB sowie im § 147 StGB normiert. Diese Straftatbestände schützen das Interesse des Staates an einem funktionierenden Zahlungsverkehr, und ist ein Sonderfall der Urkundenfälschung.

Geld

Geschütztes Objekt ist das „Geld„. Bei „Geld“ handelt es sich um „vom Staat oder von einer durch ihn dazu ermächtigten Stelle als Wertträger beglaubigte und zum Umlauf im öffentlichen Verkehr bestimmtes Zahlungsmittel“ des In- und Auslandes. 

Naturgemäß geht es in den hierzulande zu verhandelnden Fällen in aller Regel um EURO- oder Dollar-Scheine.

Nicht unter Geld fallen z.B. Briefmarken.

Fälschung von Geld

Geld kann zum einen gefälscht werden, indem es „nachgemacht“ wird. Unter einem Nachmachen wird das Herstellen einer Sache verstanden, die den Anschein von echtem Geld erwecken soll. Hierunter fällt insbesondere der Druck von „Blüten“. 

Von einem „Verfälschen“ spricht man, wenn echtes Geld derart grafisch verändert wird, dass es z.B. einen höheren Betrag ausweist.

Entscheiden ist, ob das Falschgeld bei einem Dritten den Anschein der Echtheit erweckt. Hierbei ist sowohl die Optik als auch die Haptik entscheidend. Bereits mit einem guten Farbdrucker können täuschend echt wirkende Scheine hergestellt werden.

Wer allerdings einen Geldschein in deutlich zu großen Maßen druckt, macht sich nicht strafbar, wenn für jeden die Falschheit erkennbar ist. Ebenso lieg es bei erkennbarem Spielgeld. Etwas anderes kann sich allerdings dann ergeben, wenn falsche Währungsgrößen verwendet werden. Wer z.B. einen „echt aussehenden“ 30 €-Schein druckt, wird sich strafbar machen, wenn bei einer arglosen Person der Eindruck der Echtheit des Geldes hervorgerufen werden soll.

Dabei sind immer auch die besonderen Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen. In einer dunklen Bar wird die Fälschung in der Regel seltener erkannt als an einer Tankstelle oder der Kasse eines Kaufhause, die regelmäßig mit speziellen Prüfgeräten ausgestattet sind.

Schließlich wird derjenige bestraft, der das (bewusst) falsch hergestellte Geld in den Zahlungsverkehr bringt.

Vorsatz

Allen Tatvarianten ist gemein, dass sie vorsätzliches Handeln erfordern. Der Täter muss das falsche Geld daher bewusst nachmachen oder herstellen, und ggf. anschließend in den Verkehr bringen.

Inverkehrbringen von Falschgeld

Praktisch häufig sind Fälle, in denen der Beschuldigte unbewusst Falschgeld in den Verkehr bringt, da er die Falschheit des Geldes nicht kennt. Dies kann z.B. vorkommen, wenn im Urlaub – durch einen Währungstausch – unwissentlich Falschgeld erworben wird, und dieses schließlich auf der heimischen Bank eingezahlt werden soll.

Vorsatz

Dennoch erfordert auch dieser Tatbestand zur Verwirklichung vorsätzliches Handeln. Dies bedeutet, dass der Beschuldigte zumindest Zweifel an der Echtheit des Geldes gehabt haben muss, und die „Blüten“ dennoch weiter gegeben hat.

Sind auch Vorbereitungshandlungen strafbar?

Aufgrund des hohen Schutzgutes sind bereits Vorbereitungshandlungen von einer strafrechtlichen Ahndung betroffen. In § 149 StGB heißt es hierzu:

(1) Wer eine Fälschung von Geld oder Wertzeichen vorbereitet, indem er

  1. Platten, Formen, Drucksätze, Druckstöcke, Negative, Matrizen, Computerprogramme oder ähnliche Vorrichtungen, die ihrer Art nach zur Begehung der Tat geeignet sind,
  2. Papier, das einer solchen Papierart gleicht oder zum Verwechseln ähnlich ist, die zur Herstellung von Geld oder amtlichen Wertzeichen bestimmt und gegen Nachahmung besonders gesichert ist, oder
  3. Hologramme oder andere Bestandteile, die der Sicherung gegen Fälschung dienen,

    herstellt, sich oder einem anderen verschafft, feilhält, verwahrt oder einem anderen überläßt, wird, wenn er eine Geldfälschung vorbereitet, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe, sonst mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Aufgrund der weiten Verschiebung der Strafbarkeit in das Vorbereitungsstadium hat der Gesetzgeber dem Täter eine „goldene Brücke“ gebaut. Denn eine Strafbarkeit und damit eine Ahndung der vorbereitenden Handlungen soll nicht (mehr) eintreten, wenn der Täter 

freiwillig

1. die Ausführung der vorbereiteten Tat aufgibt und eine von ihm verursachte Gefahr, daß andere die Tat weiter vorbereiten oder sie ausführen, abwendet oder die Vollendung der Tat verhindert und

2. die Fälschungsmittel, soweit sie noch vorhanden und zur Fälschung brauchbar sind, vernichtet, unbrauchbar macht, ihr Vorhandensein einer Behörde anzeigt oder sie dort abliefert.

 

Strafe

Die Straftat wird mit einer Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bis zu 15 Jahren geahndet. Bei einer bandenmäßigen oder gewerbsmäßigen Begehungsweise ist es Freiheitsstrafe nicht unter 2 Jahren bis zu 15 Jahren geahndet.

Die konkrete Strafe im Einzelfall hängt von der Art der Tatbegehung, der Schwere und Intensität der Rechtsgutverletzung, aber auch vom Nachtatverhalten, also etwa einer Entschuldigung, einer Aussöhnung oder einer Schadenswiedergutmachung, ab. Darüber hinaus ist von Bedeutung, ob der Beschuldigte Ersttäter oder Wiederholungstäter ist, oder ob die Tat während laufender Bewährung begangen worden ist.

Auch der Versuch dieser Straftat ist strafbar, wobei die Strafe in diesen Fällen in aller Regel gemildert wird.

Verjährung

Die Geldfälschung verjährt nach § 78 Abs. 3 Nr. 2 StGB erst nach 20 Jahren.

Das Inverkehrbringen von Falschgeld verjährt gemäß § 78 Abs. 3 Nr. 4 StGB nach 5 Jahren.

Anzeige wegen Geldfälschung oder Inverkehrbringenvon Falschgeld: Was kann ich tun?

Ihnen wird die Fälschung von Geld oder das Inverkehrbringen von Falschgeld vorgeworfen?

Der Tatvorwurf der Geldfälschung stellt ein Verbrechen dar und sollte unter keinen Umständen „auf die leichte Schulter“ genommen werden. Es drohen erhebliche Freiheitsstrafen und einschneidende persönliche Nachteile.

Die Kanzlei KUJUS Strafverteidigung ist ausschließlich im Strafrecht tätig und auf die Strafverteidigung spezialisiert. Gern stehen wir Ihnen im gesamten Strafverfahren gegen die Tatvorwürfe der §§ 146, 147 StGB zur Seite.

Menü schließen