Bei Ihnen hat eine Hausdurchsuchung stattgefunden? Eine Durchsuchung ist für die Betroffenen ein einschneidendes Erlebnis. Die Polizei ist nicht gerade zimperlich und verschafft sich notfalls auch gewaltsam Zugang zur Wohnung.

Wir stehen Ihnen als spezialisierte Kanzlei kompetent und diskret im gesamten Strafverfahren zur Seite.

Was ist eine Hausdurchsuchung?

Bei einer Hausdurchsuchung handelt es sich um eine (von mehreren möglichen) Zwangsmaßnahmen der Staatsanwaltschaft bzw. der Steuerfahndung im Ermittlungsverfahren. Das Ziel einer Durchsuchung ist es, Beweismittel und Informationen für das laufende Strafverfahren zu beschaffen.

Eine Durchsuchung kann nach §§ 102 ff. StPO sowohl bei dem Beschuldigten selbst als auch bei einem Dritten (Zeugen) stattfinden. Die Hausdurchsuchung bedarf dabei stets einer richterlichen Anordnung – dem Durchsuchungsbeschluss.

Wann droht eine Durchsuchung?

Eine Hausdurchsuchung erfolgt mit dem Zweck, Beweismittel oder den Verdächtigen selbst ausfindig zu machen. Die Durchsuchung darf indes nicht angeordnet werden, um überhaupt erst Verdachtsmomente zu finden. Häufig wird die Durchsuchung in der Wohnung des Beschuldigten oder in dessen Arbeitsplatz angeordnet.

Für eine Durchsuchung bei dem Beschuldigten (§ 102 StPO) ist allein ausreichend, dass er einer Straftat verdächtig ist. Dieser Verdacht entsteht schnell – teilweise vorschnell.

Die Hausdurchsuchung darf – in der Regel – nur aufgrund eines richterlichen Durchsuchungsbeschlusses durchgeführt werden. Diese Anordnung ist an keine Form gebunden, sodass auch eine telefonische Durchsuchungsanordnung zulässig ist. Daneben sieht § 105 StPO vor, dass auch die Staatsanwaltschaft sowie ihre Ermittlungsbehörden eine Wohnungsdurchsuchung anordnen dürfen, sofern „Gefahr in Verzug“ vorliegt. Leider wird das Vorliegen dieser Voraussetzung in der Praxis recht schnell angenommen.

Die angeordnete Durchsuchung muss insbesondere verhältnismäßig seinHierzu wird die Schwere des Grundrechtseingriffs gegen das Interesse der Öffentlichkeit an einer effektiven Strafverfolgung gegeneinander abgewogen.

Der Durchsuchungsbeschluss muss binnen sechs Monate von der Polizei umgesetzt werden.

Bei welchen Delikten ist eine Hausdurchsuchung möglich?

Eine Hausdurchsuchung kann im Grunde bei jeder vorgeworfenen Straftat erfolgen. Es gibt kein Delikt, bei dem eine Durchsuchung per se ausgeschlossen ist. Eine Wohnungsdurchsuchung kann daher sowohl bei einem Raub oder einem Diebstahl als auch bei einer Betrugstat oder einer Körperverletzung erfolgen.

Besonders häufig kommen Durchsuchungen bei folgenden Delikten vor:

Hausdurchsuchung wegen BtM und Drogen

Wer im Verdacht steht, Betäubungsmittel erworben oder mit diesen Handel getrieben zu haben, wird über Kurz oder Lang Bekanntschaft mit den Ermittlungsbehörden machen.

Gesucht wird nach Käufer- und Verkäuferlisten, Handy mit Kontaktnummern, Chat-Verläufe etc.

Nicht zuletzt spekuliert die Polizei darauf, im Rahmen der Hausdurchsuchung noch weitere Verstöße gegen das BtMG zu entdecken,.

Hausdurchsuchung bei Bestellungen im Darknet

Wer im Darknet eine Drogenbestelleung aufgibt, hinterlässt meist nur die Empfänger-Adresse. Dies ist der einzige Anhaltspunkt der Ermittlungsbehörden für Eingriffsmaßnahmen.

Allein aus der Anschrift lässt sich ein Anfangsverdacht begründen. Die Durchsuchung hat das Ziel, Bestellunterlagen, Betäubungsmittel oder sonstige Gegenstände, die den Kauf von Drogen oder das Handeltreiben mit Betäubungsmitteln nachweisen könnten, aufzuspüren.

Hausdurchsuchung bei Diebstahl und Betrug

Wer eines Diebstahls oder Betrugs verdächtigt wird, kann im Laufe des Ermitltungsverfahrens von einer Hausdurchsuchung betroffen werden. Die Polizisten werden bei einem Diebstahlsverdacht nach dem gestohlenen Gut oder anderen Hinweisen auf die Tat suchen.

Bei einem Betrugsvorwurf – insbesondere bei einem Computerbetrug – werden die Ermittlungsbeamten nach Unterlagen und elektronischen Speichmedien suchen.

Häufige Fragen zur Hausdurchsuchung

Die Situationen einer Hausdurchsuchung sind so mannigfaltig wie das Leben. Dennoch begegnen uns häufig dieselben Fragen.

Um welche Uhrzeit droht eine Durchsuchung?

Die Uhrzeiten, an denen eine Durchsuchung stattfinden darf, sind gesetzlich normiert. In den Sommermonaten (01.04. bis 30.09.) kann eine Durchsuchung von 4.00 Uhr bis 21.00 Uhr erfolgen – in den Wintermonaten (01.10. bis 31.03.) von 6.00 Uhr bis 21.00 Uhr. Eine Hausdurchsuchung ist auch am Wochenende möglich

Durchsuchungen außerhalb dieser Zeiten bedürfen einer besonderen Anordnung.

Im Übrigen findet eine Durchsuchung auch dann statt, wenn der Betroffene nicht zu Hause ist. Eine Durchsuchung in Abwesenheit ist folglich möglich.

Darf die Polizei die Tür aufbrechen?

Wird die Tür nicht freiwillig geöffnet, verschaffen sich die Beamten notfalls zwangsweise Zugang zur Wohnung. Die Polizei ist dabei befugt, die Haustür – ohne Rücksicht auf Verluste – aufzubrechen oder einen Schlüsseldienst mit der Öffnung der Tür zu beauftragen.

In der Wohnung selbst darf die Polizei Schränke oder Möbel demolieren und beschädigen, sofern dies notwendig und verhältnismäßig ist.

Wer zahlt für Schäden?

Wird das Verfahren eingestellt oder wird der Beschuldigte vom Gericht freigesprochen, kann der Betroffene binnen eines Monats beim zuständigen Amtsgericht seinen Anspruch auf Erstattung der entstandenen Schäden geltend machen. Die Rechtsgrundlage hierfür ist im StrEG („Gesetz über die Entschädigung für Strafverfolgungsmaßnahmen“) geregelt.

Dürfen Zeugen dazu geholt werden?

Es sollten bei jeder Durchsuchung Zeugen hinzu gezogen werden. Dies können Nachbarn, Freunde oder Bekannte sein. Da die Polizei mit der weiteren Wohnungsdurchsuchung nicht wartet, bis die Zeugen eintreffen, sollte diese schnell erreichbar sein.

Welche Gegenstände werden beschlagnahmt?

Die Polizei wird sämtliche Gegenstände mitnehmen, die für das Verfahren von Bedeutung sein können. Dies können neben Unterlagen und Dokumenten, auch der Laptop, das Handy oder der Rechner (PC) sein.

Erhalte ich beschlagnahmte Gegenstände zurück?

Gegenstände, die sichergestellt oder im Rahmen einer Beschlagnahme mitgenommen worden sind, werden nach Abschluss des Ermittlungsverfahrens an den Beschuldigten wieder zurück gegeben. Handelt es sich bei den Gegenständen allerdings um solche, die bei der Tat verwendet worden sind (Tatmittel) oder um Sachen, die durch die Tat erlangt wurden (Taterträge) unterliegen diese der Einziehung und werden nicht herausgegeben.

Muss ich Passwörter für das Handy oder verschlüsselte Festplatten herausgeben?

Häufig wird die Polizei nach Passwörter für Rechner, Internet-Accounts, verschlüsselte Festplatten oder nach dem Entsperrcode für Handys und Smartphones fragen.

Sie sind nicht verpflichtet, diese Passwörter herauszugeben. Die Polizei bzw. die Staatsanwaltschaft muss selbst dafür sorgen, die Geräte zu entschlüsseln.

Nur in den Fällen, in denen sicher (!) ausgeschlossen ist, dass auf den Geräten keine tatrelevanten Informationen gefunden werden können (Diensthandy, Dienstcomputer etc.) kann darüber nachgedacht werden, die Passwörter freiwillig mitzuteilen. Damit kann eine schnellere Auswertung und eine schnellere Rückgabe erreicht werden.

Wie läuft eine Durchsuchung ab?

Sicher ist, dass die Polizeibeamten ohne Vorwarnung vor der Tür stehen. Öffnen Sie die Tür, da diese andernfalls kostenpflichtig aufgebrochen wird. Die Beamten werden daraufhin ausschwärmen und intensiv mit der Durchsuchung beginnen. Die Polizei ist dabei befugt, Zimmer, Schränke und Türen zu öffnen. Sofern relevante Gegenstände gefunden werden (häufig: Unterlagen, CDs, DVDs, Festplatten, Handy, Laptop) wird die Polizei diese mitnehmen und die Mitnahme auf einem Durchsuchungsprotokoll vermerken.

Was wird durchsucht?

In der Regel wird das Amtsgericht die Durchsuchung der Wohnräume und Geschäftsräume, einschließlich der Nebenräume und Kraftfahrzeuge anordnen. 

Neben der eigentlichen Wohnung und dem Büro bzw. dem Arbeitsplatz fallen hierunter etwa Keller, Hotelzimmer, Dachböden, Wohnwagen, Auto, Garagen und Schuppen.

Maßgeblich ist der Ort, an dem sich die gesuchten Sachen mutmaßlich befinden. Die Durchsuchung kann daher auch im Elternhaus oder in der Wohnung einer anderen Person stattfinden.

Darf eine Hausdurchsuchung in einer WG stattfinden?

Auch in einer Wohngemeinschaft (WG) kann durchsucht werden. Neben den Zimmern des betroffenen Mitbewohners werden auch die gemeinschaftlich genutzten Räume durchsucht.

Sofern sich der Durchsuchungsbeschluss nicht auf die Zimmer der Mitbewohner erstreckt, ist eine Durchsuchung in diesen Räumen nicht möglich.

Wie verhalte ich mich bei einer Durchsuchung?

Machen Sie keine Angaben zur Sache und lassen Sie sich den Durchsuchungsbeschluss vorlegen. Leisten Sie keinen Widerstand gegen die Durchsuchung – Sie und lediglich zur Duldung der Maßnahme verpflichtet. Geben Sie die gesuchten Gegenstände freiwillig heraus, um Zufallsfunde zu vermeiden.

Wie können wir Ihnen bei einer Durchsuchung helfen?

Wir sind eine bundesweit tätige, und auf das Strafrecht spezialisierte Kanzlei in Leipzig. Wir stehen Ihnen kompetent und diskret als Rechtsanwalt und Strafverteidiger im gesamten Strafverfahren zur Seite. Unsere hohe Spezialisierung gewährleistet eine effektive und zielgerichtete Verteidigung unserer Mandanten.

Besonders häufig suchen uns Mandanten auf, die gerade eine Hausdurchsuchung miterleben mussten.

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