Internetbetrug
Der Internetbetrug (oder auch Onlinebetrug) bezeichnet einen Bereich der Internetkriminalität, bei dem Internetnutzer auf die ein oder andere Weise getäuscht werden, und es hierdurch zu wirtschaftlichen Schäden kommt.

Was ist ein Internetbetrug?

Juristisch gesehen handelt es sich bei einem Internetbetrug zunächst um einen „normalen“ Betrug, der mit Hilfe der Möglichkeiten des Internets begangen wird. Die breit gefächerten Möglichkeiten des Internets, täuschend echt aussehende E-Mails (Phishing) und Internetauftritte, die Leichtgläubigkeit bzw. Unerfahrenheit vieler Internetnutzer und die Möglichkeit, viele Vorgänge des täglichen Lebens online abzuwickeln, führen zu hohen Fallzahlen einerseits und freilich auch zu immer neuen Vorgehensweisen andererseits. Der Betrug ist in § 263 StGB geregelt. Dort heißt es:
Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Wann liegt ein Internetbetrug vor?

Objektive Voraussetzung eines jeden (Internet-)Betrugs ist die Täuschung eines anderen über Tatsachen, wodurch bei diesem ein Irrtum erregt oder aufrecht erhalten wird. Durch diesen Irrtum muss es zu einer Vermögensverfügung des Getäuschten kommen, wodurch ein Schaden bei diesem eintritt. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet das: Getäuscht werden kann zum Beispiel über die Möglichkeit oder die Intention eine bestellte Ware zu bezahlen. Der Getäuschte wird daraufhin die bestellte Ware versenden, wodurch schlussendlich ein Schaden entsteht.

Betrug als Verkäufer

Ein klassisches Beispiel des Internetbetrugs ist die sog. Kauffalle. In einem seriös anmutenden Online-Shop wird ein Produkt bestellt und bezahlt, wird allerdings nie geliefert. Der Verkäufer reagiert nicht auf Anfragen, und überweist auch das Geld nicht zurück. Gleiches kommt auch immer wieder auf Verkaufsportalen wie Ebay oder Ebay-Kleinanzeigen vor. Tatsächlich existiert das angepriesene Kaufobjekt natürlich nicht. Hier macht sich der Verkäufer eines (Internet)Betruges schuldig.

Betrug als Käufer

Eine weitere Tatvariante ist, dass der Käufer etwas im Internet bestellt, die Ware allerdings nicht bezahlt. Oftmals werden Bestellungen unter falschem Namen aufgegeben, um die wahre Identität zu verschleiern. In diesen Fällen macht sich der Käufer eines Betruges schuldig. Häufig kann der tatsächliche Besteller aber recht schnell über e-Mail-Adressen, einem Kontoabgleich oder schlicht der Lieferadresse ausfindig gemacht werden.

Phishing

Jeder, der schon einmal in den Spam-Ordner seines E-Mail-Programms geschaut hat, kennt die täuschend echt aussehenden E-Mails von Amazon, Ebay oder von diversen Banken wie der Deutschen Bank, der Sparkasse oder der Commerzbank. In diesen Mails bittet der Absender um die Übermittlung von vertraulichen Daten – z.B. PIN, TAN, IBAN etc. – um z.B. einen Datenabgleich vornehmen zu können. Diese Mails sind gefälscht, und verfolgen freilich nur den Zweck, die erlangten Daten des Opfers missbräuchlich zu nutzen.

Falsche Zahlungsaufforderungen & Co.

Weitere gängige Beispiele sind das Versenden von Zahlungsaufforderungen via E-Mail durch eine vermeintliche Behörde, einem Rechtsanwalt oder einem Unternehmen (Amazon, Ebay etc.) Der Kreativität sind oftmals keine Grenzen gesetzt. So gab es Fälle in denen es zu Spendenaufrufen für gute Zwecke oder kranke Kinder kam, die gar nicht exisiterten.  In anderen Fällen werden Gelder in Crowdfunding-Kampagnen für Projekte gesammelt, an deren Umsetzung tatsächlich niemand arbeitete. Ferner gab es bereits Verfahren gegen Dating-Portale in denen sich Mitarbeiter massenhaft als Single-Frauen ausgaben um so Zahlungen der Nutzer an das Portal zu bewirken.

Was droht bei einem Internetbetrug?

Ein Intenetbetrug wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren geahndet. Liegt ein gewerbsmäßiger Internetbetrug vor, droht Freiheitsstrafe von mindestens 6 Monaten bis zu 15 Jahren. Das Merkmal der Gewerbsmäßigkeit dabei recht schnell verwirklicht. Die konkrete Strafe ist dabei von den jeweiligen Umständen des Einzelfalls abhängig – etwa die Höhe des eingetretenen Schadens, die Vorgehensweise aber auch eine mögliche Schadenswiedergutmachung. Weiter Informationen sind unter dem Beitrag Betrug zu finden.

Anzeige wegen Internetbetrugs?

Ihnen wird vorgeworfen, einen Betrug im Internet begangen zu haben? Lassen Sie sich anwaltlich beraten. Wir stehen Ihnen im gesamten Strafverfahren zur Seite.

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