Das die Tötung eines anderen Menschen unter Strafe steht, sollte soweit niemanden verwundern. Probleme ergeben sich aber dabei, die verschiedenen Straftatbestände, die von der Tötung eines anderen Menschen handeln auseinanderzuhalten. Das deutsche Strafrecht hat eine Reihe von Namen für solche Straftaten. Man spricht von Tötungsdelikten, Kapitalstrafsachen oder Straftaten gegen das Leben.

Diese Delikte sind im sechzehnten Abschnitt des Strafgesetzbuches (StGB) geregelt und umfassen Straftaten von Mord (§ 211 StGB) und Totschlag (§ 212 StGB) bis hin zu Aussetzung (§ 221 StGB) und Fahrlässige Tötung (§ 222 StGB). Daneben spielt der Tod eines Menschen noch in anderen Delikten als schwere Folge eine Rolle. Zu nennen sind etwa die Körperverletzung mit Todesfolge (§ 227 StGB) und der Raub mit Todesfolge (§ 251 StGB).

Nachfolgend soll es um Totschlag, Mord und Tötung auf Verlangen gehen.

Totschlag

Der Totschlag ist in § 212 StGB geregelt. Die Vorschrift lautet wie folgt:

(1) Wer einen Menschen tötet, ohne Mörder zu sein, wird als Totschläger mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft.
(2) In besonders schweren Fällen ist auf lebenslange Freiheitsstrafe zu erkennen.

Gegenstand des Totschlags ist die vorsätzliche Tötung eines anderen Menschen. Dabei ist der Totschlag ein sogenannten Erfolgsdelikt, das heißt Voraussetzung eines jeden Totschlags ist der tatbestandliche Erfolg, der Tod eines anderen Menschen. Ferner bedarf es einer Handlung (die auch in einem Unterlassen liegen kann) des Täters. Diese Handlung muss sodann kausal für den Tod des Opfers sein. Da diese Merkmal oft zu weit greift wird zusätzlich eine objektive Zurechenbarkeit verlangt. Demnach muss der Täter eine rechtlich missbilligte Gefahr geschaffen haben, die sich im tatbestandlichen Erfolg verwirklicht hat.

Sticht ein Täter nun beispielsweise mit einem Messer in das Herz eines anderen Menschen und stirbt das Opfer, so hat sich der tatbestandliche Erfolg (Tod des Opfers) verwirklicht. Die Handlung (das Stechen mit dem Messer ins Herz) war zudem kausal und objektiv zurechenbar.

Weiterhin ist auch beim Totschlag Vorsatz gefordert. Vorsatz kann in verschiedenen Stufen vorliegen und handelt vom „Wissen und Wollen“ des Täters.

Mord

Mord und Totschlag werden oftmals synonym verwendet oder gar verwechselt. Ebenso lässt sich vernehmen es sei Mord, wenn es geplant ist. Zugleich hört man oftmals Mord sei wenn die Tat absichtlich begangen wurde und Totschlag läge bei einer Tötung im Affekt vor. Allerdings sind diese Ansichten falsch.

Richtig ist, dass es sich bei Mord und Totschlag um unterschiedliche Delikte handelt. Beide Delikte setzen auch eine vorsätzliche Tötung voraus. Beim Mord kommen aber noch weitere Merkmale hinzu, die erfüllt sein müssen.

Der Mord findet sich in § 211 StGB. In § 211 Abs. 2 StGB sind diese Mordmerkmale abschließend aufgezählt.

Danach ist ein Mörder, wer

• aus Mordlust
• zur Befriedigung des Geschlechtstriebs
• aus Habgier
• sonst aus niederen Beweggründen
• heimtückisch
• grausam
• mit gemeingefährlichen Mitteln
• um eine andere Straftat zu ermöglichen
• um eine andere Straftat zu verdecken

einen anderen Menschen tötet.

Erfolgt der Stich mit dem Messer aus obigen Beispiel heimtückisch, dann liegt ein Mord vor. Heimtücke bedeutet das Ausnutzen der Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers. Diese liegt vor, wenn sich das Opfer keines Angriffs versieht.

Ob Mord (§ 211 StGB) ein eigener Tatbestand ist oder „nur“ eine Qualifikation des Totschlags (§ 212 StGB) darstellt, ist hochgradig umstritten und kann gerade bei Teilnahmekonstellationen zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.

Tötung auf Verlangen

Im Grundsatz darf jeder über die eigenen Rechtsgüter frei verfügen. Daher kann man beispielsweise auch einer Körperverletzung durch einen anderen an sich selbst zustimmen. Dergleichen passiert etwa bei ärztlichen Eingriffen, Piercings oder Sport. Zwar ist in solchen Fällen der Tatbestand einer Straftat in Gestalt der Körperverletzung erfüllt, aber es liegt eine Einwilligung vor, die die Rechtswidrigkeit der Tat entfallen lässt. In anderen Fällen ist ein Tatbestandsausschließendes Einverständnis denkbar.

Allerdings kennt eine Zustimmung zur Verletzung eigener Rechtsgüter auch Grenzen. So darf die Einwilligung in eine Körperverletzung nicht gegen die guten Sitten verstoßen. Die Tötung eines anderen Menschen bleibt auch einer Einwilligung zum Trotze verboten.

Daher ist auch eine Tötung auf Verlangen (§ 216 StGB ) strafbar. Gleichwohl stellt die Tötung auf Verlangen gegenüber dem Totschlag eine Privilegierung dar, was der verringerte Strafrahmen verdeutlicht.

Voraussetzung für die Privilegierung ist, das der Täter durch das ausdrückliche und ernstliche Verlangen des Getöteten zur Tötung bestimmt worden ist. Das Verlangen muss über ein bloßes Einverständnis des Getöteten hinausgehen, ausdrücklich sein und auf dem freien Willen des Opfers basieren. Der Getötete muss auf den späteren Täter eingewirkt haben. Der Täter darf auch nicht von vornherein zur Tötung entschlossen gewesen sein.

Zu unterscheiden ist die Tötung auf Verlangen von einer (straflosen) Beihilfe zum Suizid.

Strafe und Verjährung

Der Totschlag wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft. Nach § 212 Abs. 2 StGB, folgt auf besonders schwere Fälle lebenslang.

Für einen Mord steht lebenslang. Eine weitere Besonderheit beim Mord ist die Verjährung. Mord verjährt nicht! Auch Straftaten unterliegen grundsätzlich der Verjährung. Ist eine Tat verjährt, schließt dies die Ahndung der Tat aus. Irgendwann soll selbst bei Straftaten wieder Rechtsfrieden herrschen.

Die Ausnahme nennt § 78 Abs. 2 StGB:

Verbrechen nach § 211 (Mord) verjähren nicht.

Die Tötung auf Verlangen wird mit Freiheitsstrafe von 6 Monaten bis zu fünf Jahren geahndet. Eine Tat nach § 216 StGB verjährt gemäß § 78 Abs. 3 Nr. 4 StGB fünf Jahre.

Die konkrete Strafe im Einzelfall hängt von der Art der Tatbegehung, der Schwere und.
Auch der Versuch dieser Taten ist strafbar, wobei die Strafe in diesen Fällen in aller Regel gemildert wird.