Staatsanwaltschaft und Polizei sind sich mitunter nicht immer grün. Die Förmlichkeiten des Strafverfahrens verbieten aber allzu offensichtliche Unstimmigkeiten mit dem jeweiligen Gegenüber. Zumindest gelangen solche Animositäten üblicherweise nicht in die Verfahrensakten.

Umso amüsanter ist es dann, wenn sich in einer Ermittlungsakte offen ausgetragene Streitigkeiten zwischen den Behörden finden lassen.

Der Staatsanwalt kann GoogleMaps!

In einer umfangreichen Strafsache bat die Staatsanwaltschaft die Polizei um die Überprüfung der vermeintlichen Adressen der Verletzten und der Tatverdächtigen. Auf diese Verfügung antwortete die Polizei trostlos, dass die Adressen nicht ermittelt werden konnten.

Mit so einem Ergebnis kann sich der Staatsanwalt natürlich nicht zufrieden geben. Er schreitet nun – innerlich fluchend über die Unfähigkeit der Polizei –  selbst zur Tat und recherchiert die Adressen online über GoogleMaps. Stolz präsentiert er der Polizei sein Ergebnis und versieht die Akte mit dem Hinweis, dass

die Anschrift doch auf Google Maps gefunden werden kann.

Die Polizei soll doch bitte die Angaben erneut überprüfen.

Die Polizei kann GoogleMaps! (nur besser)

Die Antwort der Polizei folgt auf dem Fuße. Angestachelt von der doch recht deutlich durchscheinenden Kritik, entwickelt die Polizei einen nie gekannten Elan und eine faszinierende Detailverliebtheit.

Es wird der Staatsanwaltschaft auf fünf Seiten – ausführlichst – aufgezeigt, warum die Angaben auf GoogleMaps nicht stimmen können. Mittels Screenshots, Anmerkungen, allerlei Pfeilen und Markierungen sowie eigenen Farbfotos wird dargestellt, dass die gesuchte Hausnummer entgegen der Darstellung auf Google Maps dennoch nicht existiert.

Umfangreich wird der Staatsanwaltschaft erklärt, dass mittels des „kleinen gelben Männchens in der rechten unteren Bildschirmecke“ eine Anwendung namens „Google Street View“ gestartet werden kann. Dort kann man Detailaufnahmen zur fraglichen Anschrift sehen – oder hier: gerade nicht sehen.

Die Polizisten führen detailverliebt aus, dass die auf GoogleMaps angegebene Hausnummer eben nicht der tatsächlichen Hausnummer entspricht. Einige Fotos von Eingangs- und Werkstatthallen runden die Ausführungen der Polizei ab und zeigen, dass es sich nicht um Wohnhäuser handelt.

Auf Prepaid-Anschlüsse kann man auch sein Haustier anmelden

Bezüglich der zusätzlich noch erbetenen Provideranfrage wird nur schnippisch nachgefragt, welche Art von Providerabfrage denn gemeint sei. So gäbe es solche für Telefon-, Internet-, E-Mail-, Skype-, Facebook, Twitter-, ICQ-, WhatsApp-, oder „sonstwelchen Accounts“. Schließlich folgt noch der „gutgemeinte“ Hinweis: „Eine Sonderstellung wird durch Prepaid-Anschlüsse eingenommen. Auf diese könne man übrigens auch sein Haustier anmelden.“

Wir sind gespannt, wie die Story weiter geht…

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