„Youtube-Pranks“ als Straftaten

Was sind YouTube-Pranks? 

Sogenannte Pranks (aus dem englischen soviel wie Scherz) erfreuen sich größter Beliebtheit. Richtig Spaß machen vielen diese Scherze wenn eine hinreichend große Öffentlichkeit besteht. Insbesondere YouTube bietet sich dafür an. Die Pranks werden gefilmt und hochgeladen. Die Erfolgszutat für so manches Video: die ahnungslose Öffentlichkeit und möglichst „krasse“ Pranks.  Manche Prankster erreichen so ein Millionenpublikum an Followern, was wiederum zu nicht unerheblichen Werbeeinnahmen über die Videos führen kann. 

Allerdings führt das Buhlen um Follower öfters auch zu Pranks fernab kleiner Späße. 

Gerne extrem und schockierend 

Es geht hier jedoch nicht um Videos vom Format „Vorsicht Kamera“. Erfolgsrezept für viele Prank-Videos scheint vielmehr das Schockieren und Polarisieren zu sein.  Im besten Fall appelliert der Clip noch an die Schadenfreude der Zuschauerschaft. Wer die Faszination des Extremen ausreizt, hält sich dabei nicht nur an der Grenze zum guten Geschmack sondern oft an der Grenze zum Erlaubten auf.  Entsprechend wird die Grenze zum Erlaubten natürlich auch schnell überschritten. In derartigen Fällen wird nicht nur die Zuschauerschaft polarisiert, sondern man kommt in den Bereich des Strafrechts – wie die nachfolgenden Fälle zeigen. 

Bomben-Prank

Ein Youtube-Star und sein Partner hielten es bei einem sogenannten Bomben-Prank  für witzig Anschläge vorzutäuschen. Dabei stellten sie in der Hamburger Innenstadt mehrfach eine schwarze Reisetasche neben ahnungslose Passenten und forderten diese auf wegzulaufen: „Rennt lieber wenn euer Leben was wert ist, dreißig Sekunden habt ihr Zeit“.  Der „Scherz“ wurde aufgenommen und auf YouTube hochgeladen. Zwar wurde den Betroffenen im Anschluss an die Anschlag-Aktion erklärt, dass es sich nur um einen Scherz handle, das hielt die Leute aber nicht davon ab in Panik zu verfallen. Eine älter Dame ist im Anschluss an den Scherz zusammengebrochen. 

Der Vorwurf: Körperverletzung, Nötigung und Störung des öffentlichen Friedens. Resultat des Scherzes: Untersuchungshaft (Der Angeklagte ist unbegründet nicht zum Gerichtstermin erschienen) und sodann sieben Monate Haftstrafe zur Bewährung ausgesetzt, als Bewährungsauflage 200 Sozialstunden. Der filmende Partner erhielt eine Geldstrafe wegen Beihilfe. 

Polizei-Pranks

Ein weiterer Youtuber „scherzte“ in seinen Videos wiederholt mit der Polizei herum. In etlichen Videos werden Straftaten, bewusst in der Nähe von Polizisten, angedeutet und diese aufs Korn genommen. In einem anderen, nunmehr gelöschten, Video gibt sich ein YouTube-Star selbst als Polizist aus und schikaniert Bürger, die sich etwa entkleiden müssen, während natürlich alles versteckt gefilmt wird.  

Daraufhin musste sich der Youtuber vor Gericht wegen Amtsanmaßung und Vortäuschen einer Straftat verantworten. Das Verfahren wurde gegen eine hohe Zahlungsauflage noch Mal eingestellt. 

Von Raubüberfällen und Geiselnahmen

Die Kreativität der Influecer scheinen keine Grenzen gesetzt. In einem anderen Fall wurde ein schlafender 18-Jähriger vor der Kamera mit einer laufenden Kettensäge aufgeweckt und griff aus Reflex in diese. In London wurde der Raub von Bildern in einer Galerie als Prank gespielt und aufgenommen, was allerdings Panik anstelle von Belustigung bei den Galeriebesuchern auslöste. Auch im Trend sind „Kidnapp-Pranks“. Ein solcher Kidnapp-Scherz begann im Jahr 2015 mit einer vorgetäuschten Entführung zweier Freunde. Einer davon wurde in den Prank eingeweiht, der andere blieb ahnungslos. Das Prank-Video endete mit einer gespielten Hinrichtung. 

Tatort Internet

Die schiere Fülle an Pranks, die sich im Internet finden lassen, scheinen so einige Straftatbestände zu tangieren. Nicht nur Nötigung und das Vortäuschen einer Straftat ist denkbar. Es werden Hausfriedensbrüche oder Körperverletzungen begangen. Kaum ein Prankster scheint zu bedenken, wie die Reaktionen der Scherzopfer ausfallen können. Hinzu kommt noch, dass viele die Gesichter und sonstige Merkmale der unfreiwillig Beteiligten in ihren Videos zeigen und diese nicht unkenntlich machen. Schadensersatzansprüche sind da nicht fernliegend. Das blöde an der Sache: Für potentielle Anzeigeerstatter und die Ermittlungsbehörden liefert man die Beweise gleich Freihaus als Video. 

Fazit

Möchte man derartige Pranks fabrizieren, sollte man sich bereits im Vorfeld genau überlegen, ob der Scherz nicht vielleicht ausarten könnte und welche Folgen die Aufnahme nach sich ziehen kann. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich stets eine Einverständniserklärung der aufgenommenen Person oder Personen besorgen. Aus Gründen der Beweisbarkeit am besten schriftlich oder gleich im Video. 

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