Anklage

Sie haben vom Amtsgericht oder Landgericht eine Anklage erhalten? Ihnen wird vorgeworfen, eine Straftat begangen zu haben? Es drohen im Falle einer Verurteilung empfindliche Strafen!

Wir stehen Ihnen als spezialisierte Kanzlei im gesamten Strafverfahren zur Seite.

Was ist eine Anklage?

In der Regel werden Sie von einem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren bereits vor Zustellung einer Anklageschrift z.B. durch eine Vorladung zur Beschuldigtenvernehmung Kenntnis erlangt haben.

Wird Ihnen eine Anklage zugestellt, markiert dies den Abschluss des Ermittlungsverfahrens. Das bedeutet. dass die Staatsanwaltschaft aufgrund des Ermittlungsergebnisses zu dem Schluss gekommen ist, dass Sie einer Straftat so stark verdächtig sind, dass in einer Hauptverhandlung vor Gericht eine Verurteilung wahrscheinlicher ist als ein Freispruch (sog. „hinreichender Tatverdacht“). Die Zeichen stehen also – nach Auffassung der Staatsanwaltschaft auf Verurteilung!

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Welchen Inhalt hat eine Anklageschrift?

Die Anklage muss den gesetzlichen Formvorschriften des § 200 StPO genügen. Eine Anklageschrift besteht im Wesentlichen aus dem (abstrakten und konkreten) Anklagesatz und dem wesentlichen Ergebnissen der Ermittlungen.esatz

Der Anklagesatz enthält folgende Angaben:

  • Personalien des Beschuldigten
  • Sachverhalt, inkl. Tatort und Tatzeit
  • Gesetzliche Merkmale der Straftatbestände
  • Anzuwendende Strafvorschriften
  • Beweismittel (Geständnis, Zeugen, Urkunden, Gutachten)

Die Anklageschrift hat eine Informationsfunktion und eine Umgrenzungsfunktion. Die Anklageschrift muss den vorgeworfenen Sachverhalt so genau wie möglich konkret eingrenzen. Der Beschuldigte muss in die Lage versetzt werden, allein aus der Anklageschrift zu sehen, welche Taten ihm konkret vorgeworfen werden, um sich angemessen verteidigen zu können. Die Anklage muss den Sachverhalt sowohl örtlich als auch zeitlich genau umgrenzen.

In umfangreicheren Verfahren schildert die Staatsanwaltschaft den Gang und den Hintergrund des Strafverfahrens – ggf. nimmt sie bereits zu rechtlichen Fragen Stellung. In der Regel sind sämtliche Zeugen und Beweismittel, die im Verfahren zur Verfügung stehen aufgezählt.

Vom „Beschuldigten“ zum „Angeklagten“

Geht die Staatsanwaltschaft nach den bisherigen Ermittlungen davon aus, dass der Beschuldigte die ihm vorgeworfene Tat begangen hat, erhebt sie die Anklage bei dem zuständigen Gericht.

Das jeweilige Gericht ist von der Strafe abhängig, welche im Falle einer Verurteilung droht. Bei Freiheitsstrafen bis zu 4 Jahren ist das Amtsgericht zuständig – bei einer Straferwartung ab 4 Jahren ist das Landgericht zuständig.

Die Staatsanwaltschaft übersendet die Anklageschrift zunächst an das zuständige Amtsgericht oder Landgericht mit dem Antrag, das Hauptverfahren zu eröffnen. Damit erhebt die Staatsanwaltschaft die Anklage gegen den Beschuldigten. Mit dem Eingang der Anklage bei Gericht beginnt ein neues Verfahrensstadium: das sogenannte Zwischenverfahren.

Das Gericht stellt dem Betroffenen nun die Anklageschrift zu. Zugleich wird das Gericht eine Frist zur Stellungnahme auf die Tatvorwürfe setzen. Nach Ablauf der Frist entscheidet das Gericht über die Eröffnung des Hauptverfahrens.

In den Fällen einer Pflichtverteidigung wird das Gericht den Angeklagten darauf hinweisen, dass ein Rechtsanwalt mit der Verteidigung beauftragt werden kann.

Weitere Fragen?

Wann droht eine Anklage?

Eine Anklage ist bei jedem Delikt möglich – auch wenn es noch so geringfügig erscheinen mag.

Eine Anklageerhebung ist bei folgenden Delikten wahrscheinlich

Aber auch bei vermeintlich geringeren Delikten wie Beleidigung, Bedrohung, Hausfriedensbruch oder Ladendiebstahl ist die Erhebung der öffentlichen Anklage möglich und nicht selten.

Wie geht es nach einer Anklage weiter?

Der Ablauf nach einer Anklageerhebung folgt den strengen Regeln der Strafprozessordnung.

Wer erhält die Anklageschrift?

Die Anklageschrift wird dem Beschuldigten (und wenn der Beschuldigte einen Verteidiger hat auch diesem) zugestellt. Die korrekte Zustellung ist zwingend erforderlich. Andernfalls liegt ein Verfahrensfehler vor. Ob eine fehlerhafte Zustellung vorliegt, kann Ihr Rechtsanwalt prüfen.

Stellungnahmefrist

Mit Übersendung der Anklageschrift gibt das Gericht dem Angeschuldigten auf, binnen einer bestimmten Frist (zumeist 1 bis 2 Wochen) eine Stellungnahme auf die erhobenen Tatvorwürfe abzugeben oder Beweismittel zu benennen.

Geben Sie keine vorschnellen Erklärungen ab. Welches Vorgehen sinnvoll ist, kann nur mit einem Strafverteidiger abgestimmt werden.

Entscheidung über die Verfahrenseröffnung

Nach Ablauf der Stellungnahmefrist wird das Gericht über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden. Bejaht das Gericht nach Aktenlage die Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung  wird das Hauptverfahren eröffnet. Andernfalls wird die Verfahrenseröffnung abgelehnt.

Ladung zur Hauptverhandlung

Im Falle der Eröffnung des Hauptverfahrens wird das Amtsgericht (oder Landgericht) zugleich einen Termin zur Hauptverhandlung bestimmen, und eine entsprechende Ladung versenden.

Zwischen Anklageerhebung und Hauptverhandlung vergehen regelmäßig mehrere Monate. In der Hauptverhandlung vor Gericht wird die Anklage von dem Staatsanwalt oder der Staatsanwältin verlesen.

So verhalten Sie sich nach einer Anklage richtig!

Es ist überaus wichtig, dass Sie nach dem Erhalt einer Anklageschrift Ruhe bewahren, nicht vorschnell reagieren und insbesondere keine Aussagen gegenüber dem Gericht tätigen.

Sie haben das Recht zum Schweigen!

Im Strafverfahren steht Ihnen der gesamte Machtapparat des Staates gegenüber. Nehmen Sie ein Strafverfahren daher nicht auf die leichte Schulter. Nur mit einer konsequenten Strafverteidigung können Sie den Ermitltungsbehörden auf Augenhöhe begegnen.

Kontakt zur Kanzlei

Sie können uns gern über unser Kontaktformular kontaktieren. Um eine rasche Bearbeitung Ihres Anliegens zu gewährleisten, haben Sie hier auch die Möglichkeit, Ihre Unterlagen als Upload an uns zu senden.