Rechtsmittel Strafrecht

Rechtsmittel

Sie wurden vom Amtsgericht oder Landgericht verurteilt und wollen diese Entscheidung anfechten? Legen Sie ein Rechtsmittel gegen das Urteil ein!

Was sind die Rechtsmittel im Strafrecht?

Die wichtigsten Rechtsmittel gegen ein Urteil sind die Berufung und die Revision. Aber welches ist nun das „richtige“ Rechtsmittel?

Wer ein Rechtsmittel gegen ein strafrechtliches Urteil einlegen will, kann sich – zumindest gegen Urteile des Amtsgerichts – zwischen der Berufung und der Revision entscheiden. Auch wenn beide Rechtsmittel das Ziel haben, das vorausgegangene Urteil anzufechten und beide Rechtsmittel binnen einer Woche nach Verkündung des Urteils einzulegen sind, bestehen zwischen beiden erhebliche Unterschiede.

Dabei fällt auf, dass gerade die Presse die Begriffe „Berufung“ und „Revision“ oft wild durcheinander mischt, obgleich es sich um zwei völlig unterschiedliche Rechtsinstitute handelt.

Berufung

Bei einer Berufung – geregelt in §§ 312 ff. StPO – findet eine gänzlich neue Tatsacheninstanz vor dem Landgericht statt. Das heißt, es werden sämtliche Zeugen noch einmal vernommen, sämtliche Bilder noch einmal angeschaut, Sachverständige gehört und Urkunden verlesen.

Es ist auch möglich, neue Beweise vorzubringen, also etwa neue Zeugen vorzuladen oder neue Schriftstücke vorzulegen.

Da in der Berufungshauptverhandlung die komplette Beweisaufnahme wiederholt wird, bietet sich die Chance (oder das Risiko?), dass das Berufungsgericht den Sachverhalt anders wertet als noch die Vorinstanz. Es gilt daher: „Neues Spiel, neues Glück“.

Die Berufung muss nicht begründet werden.

Weitere Informationen zur Berufung.

Revision

Bei der Revision (§ 333 ff. StPO) wird das Urteil „nur“ auf Rechtsfehler hin geprüft. Eine neue Beweisaufnahme findet nicht statt. Die von der Vorinstanz getroffenen Tatsachenfeststellungen werden daher nicht erneut überprüft.

Das Revisionsgericht prüft das vorausgegangene Urteil in formeller Hinsicht auf Verfahrensfehler und in materieller Hinsicht, ob das Gesetz richtig ausgelegt und angewandt worden ist. Der Prüfungsumfang ist daher erheblich eingeschränkt.

Im Gegensatz zur Berufung muss die Revision von einem Rechtsanwalt begründet werden.

Weitere Informationen zur Revision

Beschwerde

Die Beschwerde ist gegen alle Beschlüsse des Gerichts zulässig, die kein Urteil sind – etwa den Durchsuchungsbeschluss oder den Haftbefehl. Über die Beschwerde entscheidet zunächst derselbe Richter, der die angegriffene Entscheidung erlassen hat. Hilft er dieser nicht ab, entscheidet das übergeordnete Gericht.

Einspruch gegen Strafbefehl

Bei einem Einspruch handelt es sich streng genommen nicht um ein Rechtsmittel, sondern um einen Rechtsbehelf, da die Entscheidung über den Einspruch vom selben Gericht erfolgt, der den Strafbefehl erlassen hat.

Der Einspruch führt dazu, dass der Strafbefehl auf seine Rechtmäßigkeit hin überprüft wird Es findet eine „normale“ Hauptverhandlung mit Beweisaufnahme vor dem Amtsgericht statt.

Weitere Informationen zum Strafbefehl.

So verhalten Sie sich richtig!

Bewahren Sie Ruhe!

Handeln Sie nicht vorschnell und unüberlegt. Ein Fehler kann im Nachhinein kaum wieder ausgebügelt werden.

Schweigen Sie!

Sie haben das Recht zu Schweigen – Nutzen Sie es! Viele Tatnachweise können erst geführt werden, weil der Beschuldigte Angaben gemacht hat.

Anwalt kontaktieren!

Im Strafverfahren steht Ihnen der gesamte Machtapparat des Staates gegenüber. Nur mit einem Strafverteidiger und Fachanwalt für Strafrecht können Sie Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht auf Augenhöhe begegnen.

Welches Rechtsmittel ist das beste?

Ein pauschal „besseres“ Rechtsmittel“ gibt es nicht. Die Wahl des richtigen Rechtsmittels muss immer einzelfallbezogen getroffen werden.

Oft ist eine Berufung gar nicht zulässig: Etwa bei Verfahren, die in der ersten Instanz vor dem Landgericht oder dem Oberlandesgericht stattgefunden haben – oder gegen Berufungsurteile des Landgerichts. In diesen Fällen ist ausschließlich die Revision möglich.

Sofern die Wahlmöglichkeit zwischen Berufung und Revision besteht, ist die Berufung erfahrungsgemäß das günstigere Rechtsmittel, da deren Prüfungsumfang erheblich größer ist.

Wie können wir Ihnen im Rechtsmittelverfahren helfen?

Wir sind eine bundesweit tätige, und auf das Strafrecht spezialisierte Kanzlei in Leipzig. Wir stehen Ihnen als Rechtsanwalt und Strafverteidiger kompetent und diskret im gesamten Strafverfahren zur Seite. Unsere hohe Spezialisierung gewährleistet eine effektive und zielgerichtete Verteidigung unserer Mandanten. Das fachliche Know-How ist insbesondere im Rechtsmittelverfahren von Bedeutung.

Häufig kontaktieren uns Mandanten, die vom Amtsgericht oder Landgericht verurteilt worden sind, und nun ein Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen wollen. Wir prüfen die Möglichkeiten, Risiken und Chancen des „richtigen Rechtsmittels“ und bestreiten mit Ihnen gemeinsam das Berufungs- oder Revisionsverfahren.

Scroll to Top